Im Jahr 1995 feierte die Adolf Würth GmbH & Co. KG das 50jährige Firmenjubiläum. Gleichzeitig konnte das Stuttgarter Kammerorchester, das 1945 von Karl Münchinger gegründet wurde, ebenfalls das 50jährige Bestehen feiern. Das Zusammentreffen dieser beiden Jubiläen nutzte der neue Chefdirigent des Stuttgarter Kammerorchesters, Dennis Russell Davies, und machte Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth den Vorschlag, einen Kompositionsauftrag an Philip Glass zu einem speziellen Auftragswerk für das Stuttgarter Kammerorchester zu erteilen. Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth stimmte zu.
Am 5. Februar 1995 fand als Auftakt der Jubiläumsveranstaltungen im Rahmen der Christo-Installation die Welturaufführung der 3. Sinfonie von Philip Glass in Anwesenheit des Komponisten statt. Wahrlich ein Weltereignis!
Seit 1987 findet im Schlösser- und Burgenland Hohenlohe der Hohenloher Kultursommer statt. Im Rahmen dieser Konzertreihe hat sich der Internationale Wettbewerb für Violine im Kloster Schöntal einen festen Platz erworben.
Zum 11. internationalen Wettbewerb 2005 lud die Kulturstiftung Hohenlohe 55 Teilnehmer aus 22 Nationen ein. Unter der Schirmherrschaft von Herrn Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth und der künstlerischen Leitung von Herrn Prof. Petru Munteanu beurteilte die Jury die Leistungen der jungen Geigerinnen und Geiger aus drei Altersgruppen.
Die Stiftung Würth fördert diese internationale Begegnung junger Musiker mit einem namhaften Betrag.
Es liegt im Selbstverständnis der Unternehmenskultur des Hauses Würth, dass eine Fülle von regionalen Kulturereignissen wie die Burgfestspiele Jagsthausen, die Freilichtspiele Schwäbisch Hall, die Festspiele Schloß Stetten, aber auch national herausragende Institutionen wie zum Beispiel die Semperoper und die Philharmonie der Nationen eine Förderung erhielten oder auch weiterhin erhalten.
Ein Schwerpunkt der Förderung der Stiftung Würth ist die landesgeschichtliche und archäologische Forschungsarbeit. So werden regelmäßig die Schöntaler Symposien des Historischen Vereins für Württembergisch-Franken maßgeblich unterstützt und hierdurch Publikationen der Symposiumsergebnisse ermöglicht.
Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg zeigte im Rahmen der Öhringer Heimattage 1993 eine Ausstellung unter dem Titel „Einverleibt und garantiert. Hohenlohe 1800 bis 1849”. Diese Ausstellung wurde in einem von der Stiftung Würth finanzierten Bilder-Lese-Buch unter dem Titel „HOHENLOHE WIRD WÜRTTEMBERGISCH” dokumentiert und damit für die Nachwelt festgehalten.
Ein ebenfalls von der Stiftung geförderter Film über diese Zeit fand überregionales Interesse. Eine herausragende, landesgeschichtliche Forschungsarbeit ist das Buch von Gerhard Taddey „HERMERSBERG. DIE GESCHICHTE VON SCHLOSS UND WILDFUHR”. Das von der Stiftung Würth geförderte Buch ist ein wichtiger Beitrag nicht nur zur Geschichte des Jagdschlosses, sondern zur hohenlohischen Landesgeschichte insgesamt.
Mit namhaften Spenden fördert die Stiftung seit 2004 die Restaurierung der erdbebengeschädigten Capella Pallatina im Normannenpalast von Palermo. Im Rahmen dieses Förderprojektes vereinbarten die Stiftung Würth und die sizilianische Landesregierung, dass im Zeitraum der Restaurierung von 2005–2009 Kunst- und Kulturveranstaltungen sowie mehrere Monate im Jahr hochkarätige Ausstellungen aus dem Bestand der Sammlung Würth im Normannenpalast stattfinden. Die einzigartige Ausstattung der Palastkapelle mit Mosaiken stellt ein kulturelles Erbe von herausragender Bedeutung dar. Ihre Erhaltung ist daher auch für Würth ein überregional notwendiges Anliegen.
Obwohl der vorliegende Bericht sich im wesentlichen auf die Aktivitäten der Stiftung Würth konzentriert, erscheint es angebracht, noch einen kurzen Blick auf die gemeinnützige Fördertätigkeit der Adolf Würth GmbH & Co. KG zu werfen.
Dies ist deshalb nötig, weil das Fördervolumen der Stiftung Würth nur einen Bruchteil dessen ausmacht, was die Adolf Würth GmbH & Co. KG an Spendenmitteln und Sponsoringbeträgen für gemeinnützige Zwecke aufwendet.
Hat die Stiftung Würth in den letzten Jahren jährlich ca. 150 000 € an Fördermitteln ausgegeben, so hat die Adolf Würth GmbH & Co. KG im gleichen Zeitraum über das Zehnfache für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung gestellt.
Die Förderprojekte reichen von der Tombolaspende für eine Vereinsfeier in Höhe von 100,- € bis zur Großspende in Höhe von 250.000,- € an die Deutsche Nationalstiftung, die sich ebenfalls der Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie von Kunst und Kultur widmet.
Da die Stiftung Würth satzunggemäß auf die Förderung der Wissenschaft und Forschung, der Kunst und Kultur sowie der Bildung und Erziehung beschränkt ist, fallen sämtliche Anträge sozialer, kirchlicher und vereinsgebundener Art in die Zuständigkeit der Adolf Würth GmbH & Co. KG. Hieraus ergibt sich, dass neben den Zielen der Stiftung der soziale Bereich ein besonderes Gewicht in der Fördertätigkeit der Adolf Würth GmbH & Co. KG hat.
Da sowohl die Stiftung Würth als auch das Unternehmen Würth von Förderanträgen überhäuft werden, ist es eine äußerst sensible Aufgabe, eine subjektiv und objektiv gerechte Abwägung zwischen Förderanträgen und Förderbudget, zwischen Wunsch und Wirklichkeit herzustellen.
Auch hier gilt, was bereits unter der Förderphilosophie der Stiftung ausgeführt wurde, dass die regionale Komponente ein wichtiges Abwägungskriterium darstellt. Abschließend ist festzustellen, dass die Stiftung Würth und die Adolf Würth GmbH & Co. KG in gegenseitiger Ergänzung einen wichtigen Beitrag im Dienste der Allgemeinheit geleistet haben und dies auch weiterhin tun wollen. Zur Absicherung der Stiftungsarbeit beabsichtigt der Stiftungsvorstand, durch Zustiftungen das Stiftungskapital weiter aufzustocken.
Der Bericht soll abschließen mit einem Wort von Dr. Richard von Weizsäcker, Bundespräsident a. D.
»Die Demokratie ist nur lebensfähig, wenn der einzelne bereit ist, für das Ganze Verantwortung zu übernehmen. Stifter geben ein Beispiel für verantwortliches Handeln im demokratischen Staat.«